Frontalangriff, c't 10/99, S.52
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1) Hrvergleich zwischen MP3- und MSAudio-komprimierten Tnen

Impulsive Signale werden bei MSAudio, egal welcher Tonlage, von einem
Strgerusch eingeleitet, das an ein schnelles Anschwellen erinnert.
Der Effekt ist auch in komplexem Material deutlich hrbar, am besten
jedoch in ruhigeren, obertonarmen Passagen.

Dieser Zusammenhang brachte ein exzellentes Beispiel zustande: Die
Datei puls.wav enthlt zwei Tne einer elektronischen Drum Machine,
puls.mp3 ist das Ergebnis des MP3-Encoders, puls.asf das
Microsoft-Pendant. Wer den neuen Media Player noch nicht installiert
hat, kann sie sich als pulsasf.wav anhren. Whrend Xing und
Fraunhofer das Signal hrtechnisch praktisch unverndert lassen, kann
man bei MSAudio eigentlich nur noch von einer Zerstrung sprechen.

2) Fehlabtastung bei MSAudio

Kein derzeit erhltlicher Encoder ist in der Lage, die Samplefrequenz
stufenlos anzupassen. Statt dessen sind abhngig von der
Ausgangsfrequenz immer nur ganzzahlige Verhltnisse mglich, bei 48
kHz also 24 kHz und 12 kHz. Dies gilt prinzipiell auch fr MSAudio, da
Microsoft keine Konvertierung implementierte. Allerdings sind die
eigentlich nicht erlaubten Modi derzeit nicht gesperrt, was zweifellos
dazu fhrt, da einige Anwender ihre 48-kHz-DAT-Bnder zwecks
Archivierung auf CD in ASF-Dateien mit 44,1-kHz wandeln. Davon kann
man jedoch nur abraten. Zwar sind die bei digitaler Fehlabtastung
entstehenden Verzerrungen sehr gutmtig und in komplexem Material
nicht immer leicht zu hren, doch eine Messung zeigt deutlich, welchen
Schaden ein solches Vorgehen verursacht. Demosamples finden sich unter
4844.wav, 4844.asf sowie wiederum 4844asf.wav.



